Ich war in einer Bar und begann mit einer Frau zu reden. Keine Ahnung mehr was ich sagte, vermutlich „hallo wie gehts?“ Das Gespräch hatte einen schönen Fluss und ich erinnere mich nur an Bruchstücke…

Wir machten die üblichen Fragen durch: „wie heisst du?“ und „wie alt bist du?“ und ich liess sie beides raten.

Nach vielleicht fünf Minuten meinte sie, sie müsse gehen. Meine Antwort: „Oh, das ist mir noch zu früh. Ich kann jetzt noch nicht mit dir mitkommen, ich kenne dich ja kaum.“ Sie wehrte sich etwas, dass ich ihre Aussage verdrehte und ich antwortete mit: „Versteh das nicht falsch, ich finde dich süss und ich mag dich, aber ich kenne dich wirklich noch zu wenig.“ Sie wollte nun nicht mehr gehen.

Ich schob ihre Haare etwas zu Seite, so dass ich ihr Ohr sehen konnte.
Sie: Was?
Ich: Du hast keine Ohrringe.
Sie: Nein.
Ich nahm ihre Hand und schaute sie an.
Sie: Was?
Ich: Du hast keine Ringe.
Sie: Nein, ich trage keine.
Nun nahm sie meine Hand und betrachtete meinen Ring.
Sie: Warum trägst du ihn am Daumen?
Ich: Ringe am Daumen gefallen mir. Vor allem bei Frauen ist das sehr sexy.

Nun zog sie mir den Ring aus und legte ihn um ihren eigenen Daumen. Ich eskalierte sofort unsere Berührungen, weil ich ja gerade vorhin angekündigt hatte, dass ich das sexy fände. Ich schaute ihr tief in die Augen, streichelte über ihren Arm und hielt ihre Hand. Sie öffnete einen Knopf meines Hemds. Da zeigte sie mir, dass sie meinen Ring nun am Zeigefinger trug. Ich liess sie sofort los und schloss den Knopf meines Hemds wieder.

Der Wechsel meines Rings an ihrer Hand hatte immer eine Verhaltensänderung von mir zur Folge. Trug sie den Ring am Daumen, so eskalierte ich, biss ihr in den Hals, zog sie zu mir, schnupperte an ihrem Ohr. Trug sie ihn an einem anderen Finger, so redeten wir nur. Manchmal änderte sie den Finger, manchmal ich.

Ich erklärte ihr, was es bedeutet, wenn man einen Ring an einem bestimmten Finger trägt. (Das las ich einmal bei Neil Strauss.) Jeder Finger steht für einen griechischen Gott.

Daumen: Posseidon, der Meeresgott. Er steht für Freiheit und Unabhängigkeit.
Zeigefinger: Zeus, der Gottvater. Er steht für Dominanz.
Mittelfinger: Dionysos, der Weingott. Er steht für Chaos.
Ringfinger: Aphrodite, die Göttin der Schönheit und der Liebe. Logisch wofür sie steht.
Kleiner Finger: Ares, der Kriegsgott. Er steht für Streit und Kampf.

Vielleicht habe ich das jetzt nicht ganz richtig wiedergegeben, ich kenne die Mythologie nicht wirklich. Jedoch ist es ziemlich witzig, einer Frau aufgrund ihrer Ringe etwas über sie zu erzählen. Jeder kann sich ja mit all den Dingen (Freiheit, Dominanz, Chaos, Liebe und Streit) ein bisschen identifizieren. So fest daneben liegt man meistens nicht. Und zusätzlich hat man einen guten Grund ihre Ringe oder ihre Finger zu halten.

Als wir zusammen tanzten sagte ich ihr, ich wolle dass sie nachher zu mir komme. Sie fragte warum. Ich meinte ich wolle mit ihr kuscheln und neben ihr einschlafen. Wir liessen das so stehen.

Ein andermal beim tanzen wurde ich etwas erregt, also sagte ich ihr, dass sie mich spitz mache. Meistens wenn man etwas „krasses“ sagt, so antwortet die Frau mit einem Test. So auch hier, sie antwortete mit: „nur das?“ Ich weiss allerdings nicht mehr wie ich antwortete. Ich glaube ich lächelte sie nur an und sagte nichts.

Dann setzten wir uns irgendwo hin und redeten und hielten uns und küssten irgendwann ein bisschen.

Später gingen wir zusammen raus um auf die Strassenbahn zu gehen, sie wollte dann aber nicht zu mir mitkommen. Vielleicht hätte sie mich zu sich mitgenommen, aber auf die Idee kam ich gar nicht.

Ich war fast die ganze Zeit über im Flusszustand und ich tat oder sagte einfach was mir in dem Moment in den Sinn kam. Als ich ihr zum Beispiel am Anfang ihre Haare zur Seite strich, um ihr Ohr zu sehen, da tat ich das nicht mit einer bestimmten Absicht. Keine Ahnung warum, es kam mir eben in den Sinn und ich handelte. Daraus ergab sich das mit dem Ring und dem eskalieren, wenn sie den Ring am Daumen trug.

Im Nachhinein merke ich, dass ich die ganze Zeit mit meiner Aufmerksamkeit bei der Frau war. Ich kriegte nicht mit, was um uns herum passierte. Und ich kann mich nicht erinnern, dass ich mir einmal überlegte, was ich nun als nächstes tun oder sagen sollte oder wie ich es am besten anstellen könnte, dass sie mit zu mir kommt. Ich war einfach da und tat was mir in den Sinn kam. Ich genoss es uns es machte mir Spass.

Bookmarke den Artikel doch oder schicke ihn an Freunde! Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • del.icio.us
  • email
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • TwitThis