Um 1420 fahren wir im Zug von Vilnius nach Minsk ab. Etwa eine Stunde später hält der Zug und die weissrussischen Zöllner kommen rein. Pass und Visum sind in Ordnung, aber die Zöllner wollen unsere belarussischen Krankenversicherungen sehen. Ein englischsprechender Passagier im Zug übersetzt für uns, da wir uns mit den Zöllnern kaum verständigen können. Wir brauchen also diese Versicherung, können diese aber nicht hier kaufen. Wir müssen mit dem Zug zurück nach Litauen. Anscheinend könne man die Versicherung direkt an der Grenze kaufen, wenn man mit dem Bus reist. Der Zug zurück nach Vilnius fahre am Abend um 2100.

Wir steigen aus, kaufen die Tickets zurück und müssen im Wartsaal bleiben. Die Pässe behält der Zöllner, damit wir uns nicht aus dem Staub machen können. Nach fünf Stunden Aufenthalt im kalten Wartsaal fahren wir zurück und kommen um halb elf in Vilnius an. Dort finden wir heraus, dass wir die Versicherung erst am nächsten morgen kaufen können und dass um 9 Uhr der Bus Minsk fährt. Wir müssen also noch eine weitere Nacht in Vilnius bleiben. Bald finden finden wir ein Hostel und machen uns etwa um Mitternacht auf, etwas zu essen.

Unterwegs kommt uns eine Hammerfrau entgegen. Ich frage sie, wo noch etwas los sei. Sie meint, es sei nicht viel los. Sie komme gerade von der Arbeit. Dave kommt hinzu und sagt er hätte sie in der Prospekto Bar gesehen. Sie erinnert sich und beginnt weiterzugehen. Nun folgt ein starker Dialog…

Ich: Wo gehst du hin?
Sie: Nach Hause.
Ich: Hast du etwas zu essen? (Als hätte sie uns gefragt, ob wir mit ihr mitkommen wollen und ich noch nicht sicher wäre.)
Sie: Warum?
Ich: Wir haben Hunger.
Sie: Die Pizzeria dort drüben ist noch geöffnet.
Ich: Ok, begleite uns.
Sie: Ein andermal.
Ich: Kein andermal. (Pause) Wir reisen morgen ab. (Ich drehe mich schon halb von ihr weg.) Gehen wir!

Sie stimmt zu und folgt uns Richtung Pizzeria. Wir gehen rein und setzen uns mit ihr an einen Tisch.

Wir haben eine gute Zeit zusammen, flirten und lernen uns kennen. Manchmal sieht es etwas danach aus, dass es einen Dreier geben könnte. Am Ende fehlte uns wohl die Energie und die Entschlossenheit, dass sie mit uns ins Hostel gekommen wäre. Wir haben kein eigenes Zimmer sondern nur zwei Betten in einem 10er Zimmer. Es sprengte meine Vorstellungskraft, dass so etwas möglich gewesen wäre.

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