In den bisherigen Beiträgen über Small Talk ging es darum einfach ein bisschen zu plaudern. Jetzt geht’s um Verführung! ;-)

Kürzlich schrieb ich vom unpersönlichen und vom persönlichen Gespräch. Das eine ist mit einer fremden Person, das andere mit einem Freund.

Wenn man mit einer fremden Frau redet, kann es sein, dass es sehr bald merkwürdig wird, dass man überhaupt miteinander redet, wenn sie nicht recht weiss, warum man miteinander redet oder wenn sie es langweilig findet.

Damit ein Gespräch weitergeht, sollte man das Gespräch auf eine persönliche Ebene bringen.

Ein möglicher Ablauf eines Gesprächs in einer Bar könnte etwa so aussehen:
1.Unpersönlicher Small Talk: man redet über irgend etwas: Das Wetter, die Bar, die Party, den Drink, die Musik etc.
2.Verbal eskalieren auf die persönliche Ebene.
3.Persönliches Gespräch über sich selbst und die Frau, zum Beispiel was wir arbeiten, was wir in der Freizeit tun, welche Filme und welche Musik wir mögen, etc.

Unpersönlichen Small Talk kennen wir bereits, wir üben das mit den Kassiererinnen. Das persönliche Gespräch kennen wir ebenfalls, wir tun das die ganze Zeit mit unseren Freunden, mit Arbeitskollegen, mit Verwandten und Bekannten.

Nun kommt das kritische: Der Übergang vom persönlichen zum unpersönlichen Gespräch. Kritisch darum, weil das Gespräch unangenehm wird und endet, wenn man das falsch macht. Ihr seht gleich warum…

Ein Theoretiker könnte behaupten der Übergang sei einfach, man könne sich ja einfach mit dem Namen vorstellen und dann nach dem Namen der anderen Person fragen, zB. „übrigens ich heisse Logan, wer bist du?“

Ich sage nicht das sei falsch. Wenn sich zwei Geschäftsleute an einem Seminar treffen, dann klappt das. Oder wenn man jemanden in der Yogaklasse trifft. Aber eine fremde Frau in einer Bar, die man verführen möchte? Ich weiss nicht…

Um die Problematik aufzuzeigen, überlegen wir uns mal wie wir das empfinden würden, wenn die andere Person verbal eskaliert und uns nach dem Namen fragt. Zwei Beispiele.

1
Ich stehe an der Haltestelle für die Strassenbahn und eine Randständige kommt und redet mit mir über das Wetter. Es ist mir unangenehm, weil ich denke, dass sie irgendwann nach Geld fragen wird. Ich kann es riechen, dass sie deshalb mit mir redet. Ich bin möglicherweise sogar freundlich und rede mit ihr.

Nun sagt sie, sie hätte mich schon gesehen und fragt wie ich heisse. Es war mir vorher schon unangenehm, nun ist es mir noch unangenehmer, da sie verbal eskaliert und versucht auf die persönliche Ebene zu kommen. Widerwillig gebe ich ihr vielleicht meinen Vornamen, aber ich will nicht mehr weiter reden, werde kalt und gebe ihr vermutlich nicht mehr richtig Antwort.

2
Nun bin ich wieder an der Haltestelle und eine hübsche Flyerverteilerin kommt vorbei, drückt mir einen Flyer von einem neuen Club in die Hand und beginnt Small Talk. Nach einer Weile sagt sie, sie hätte mich an der soundso-Party gesehen und fragt mich wie ich heisse. Wir tauschen Namen aus und reden über Partys die wir gerne besuchen und Musik die wir mögen.

Hier empfand ich es nicht als Bedrohung, dass sie mich nach dem Namen fragte. Sie ist ja hübsch. Und dazu haben wir uns amüsiert unterhalten.

Wenn ich der anderen Person sagen muss wie ich heisse oder etwas anderes persönliches von mir preisgeben soll, dann entsteht dadurch der Eindruck, dass das Gespräch jetzt „ernst“ wird. Sie sagt mir damit auch, dass sie an mir interessiert ist. Und wenn ich darauf antworte, dann bedeutet es irgendwie, dass ich es jetzt auch „ernst“ meine und wir nun „Freunde“ sind. Wenn ich also die andere Person nicht mag, und sie fragt wie ich heisse, dann bringt sie mich in eine unangenehme Lage.

Ich hoffe es ist nun einleuchtend, wann das einfache „übrigens ich heisse Logan, wer bist du?“ funktionieren kann und wann nicht.

Der Übergang klappt, wenn mich die Frau mag oder mich cool oder interessant findet. Wenn sie auf eine Art an mir interessiert ist. Wenn sie auf mich steht. Wenn sie Anziehung empfindet.

Im nächsten Beitrag komme ich dann wirklich auf die Strategien…

Mehr zum Thema:
Das persönliche und das unpersönliche Gespräch
Warum es nicht ganz einfach ist, auf die persönliche Ebene zu wechseln
Wie bringe ich die Frau dazu, auf die persönliche Ebene zu wechseln?
Wie wechsle ich selber auf die persönliche Ebene?

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