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Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral
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02-06-2010, 11:04 PM
Beitrag: #1
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Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral
Die Anekdote hat zwar mit Frauen direkt nichts zu tun, ist dennoch eine schöne Gegenüberstellung zwischen einem, der sein Leben im hier und jetzt genießt, und einem, der erst dann leben kann und will, wenn er noch dies und das geschafft hat.
Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral In einem Hafen an einer westlichen Küste Europas liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Farbfilm in seinen Fotoapparat, um das idyllische Bild zu fotografieren: blauer Himmel, grüne See mit friedlichen schneeweißen Wellenkämmen, schwarzes Boot, rote Fischermütze. Klick. Noch einmal: klick. Und da aller guten Dinge drei sind und sicher sicher ist, ein drittes Mal: klick. Das spröde, fast feindselige Geräusch weckt den dösenden Fischer, der sich schläfrig aufrichtet, schläfrig nach einer Zigarettenschachtel angelt; aber bevor er das Gesuchte gefunden, hat ihm der eifrige Tourist schon eine Schachtel vor die Nase gehalten, ihm die Zigarette nicht gerade in den Mund gesteckt, aber in die Hand gelegt, und ein viertes Klick, das des Feuerzeuges, schließt die eilfertige Höflichkeit ab. Durch jenes kaum messbare, nie nachweisbare Zuviel an flinker Höflichkeit ist eine gereizte Verlegenheit entstanden, die der Tourist - der Landessprache mächtig - durch ein Gespräch zu überbrücken versucht. "Sie werden heute einen guten Fang machen." Kopfschütteln des Fischers. "Aber man hat mir gesagt, daß das Wetter günstig ist." Kopfnicken des Fischers. "Sie werden also nicht ausfahren?" Kopfschütteln des Fischers, steigende Nervosität des Touristen. Gewiß liegt ihm das Wohl des ärmlich gekleideten Menschen am Herzen, nagt an ihm die Trauer über die verpaßte Gelegenheit. "Oh, Sie fühlen sich nicht wohl?" Endlich geht der Fischer von der Zeichensprache zum wahrhaft gesprochenen Wort über. "Ich fühle mich großartig", sagt er. "Ich habe mich nie besser gefühlt." Er steht auf, reckt sich, als wolle er demonstrieren, wie athletisch er gebaut ist. "Ich fühle mich phantastisch." Der Gesichtsausdruck des Touristen wird immer unglücklicher, er kann die Frage nicht mehr unterdrücken, die ihm sozusagen das Herz zu sprengen droht: "Aber warum fahren Sie dann nicht aus?" Die Antwort kommt prompt und knapp. "Weil ich heute morgen schon ausgefahren bin." "War der Fang gut?" "Er war so gut, daß ich nicht noch einmal auszufahren brauche, ich habe vier Hummer in meinen Körben gehabt, fast zwei Dutzend Makrelen gefangen..." Der Fischer, endlich erwacht, taut jetzt auf und klopft dem Touristen beruhigend auf die Schultern. Dessen besorgter Gesichtsausdruck erscheint ihm als ein Ausdruck zwar unangebrachter, doch rührender Kümmernis. "Ich habe sogar für morgen und übermorgen genug", sagt er, um des Fremden Seele zu erleichtern. "Rauchen Sie eine von meinen?" "Ja, danke." Zigaretten werden in die Münder gesteckt, ein fünftes Klick, der Fremde setzt sich kopfschüttelnd auf den Bootsrand, legt die Kamera aus der Hand, denn er braucht jetzt beide Hände, um seiner Rede Nachdruck zu verleihen. "Ich will mich ja nicht in Ihre persönlichen Angelegenheiten mischen", sagt er, "aber stellen Sie sich mal vor, Sie führen heute ein zweites, ein drittes, vielleicht sogar ein viertes Mal aus, und Sie würden drei, vier, fünf, vielleicht gar zehn Dutzend Makrelen fangen - stellen Sie sich das mal vor." Der Fischer nickt. "Sie würden", fährt der Tourist fort, "nicht nur heute, sondern morgen, übermorgen, ja, an jedem günstigen Tag zwei-, dreimal, vielleicht viermal ausfahren - wissen Sie, was geschehen würde?" Der Fischer schüttelt den Kopf. "Sie würden sich spätestens in einem Jahr einen Motor kaufen können, in zwei Jahren ein zweites Boot, in drei oder vier Jahren vielleicht einen kleinen Kutter haben, mit zwei Booten und dem Kutter würden Sie natürlich viel mehr fangen - eines Tages würden Sie zwei Kutter haben, Sie würden...", die Begeisterung verschlägt ihm für ein paar Augenblicke die Stimme, "Sie würden ein kleines Kühlhaus bauen, vielleicht eine Räucherei, später eine Marinadenfabrik, mit einem eigenen Hubschrauber rundfliegen, die Fischschwärme ausmachen und Ihren Kuttern per Funk Anweisungen geben. Sie könnten die Lachsrechte erwerben, ein Fischrestaurant eröffnen, den Hummer ohne Zwischenhändler direkt nach Paris exportieren - und dann...", wieder verschlägt die Begeisterung dem Fremden die Sprache. Kopfschüttelnd, im tiefsten Herzen betrübt, seiner Urlaubsfreude schon fast verlustig, blickt er auf die friedlich hereinrollende Flut, in der die ungefangenen Fische munter springen. "Und dann", sagt er, aber wieder verschlägt ihm die Erregung die Sprache. Der Fischer klopft ihm auf den Rücken, wie einem Kind, das sich verschluckt hat. "Was dann?" fragt er leise. "Dann", sagt der Fremde mit stiller Begeisterung, "dann könnten Sie beruhigt hier im Hafen sitzen, in der Sonne dösen - und auf das herrliche Meer blicken." "Aber das tu' ich ja schon jetzt", sagt der Fischer, "ich sitze beruhigt am Hafen und döse, nur Ihr Klicken hat mich dabei gestört." Tatsächlich zog der solcherlei belehrte Tourist nachdenklich von dannen, denn früher hatte er auch einmal geglaubt, er arbeite, um eines Tages einmal nicht mehr arbeiten zu müssen, und es blieb keine Spur von Mitleid mit dem ärmlich gekleideten Fischer in ihm zurück, nur ein wenig Neid. (http://www.uni-flensburg.de/asta/pol_kul...kdote.htm) Wer seiner eigenen Sache untreu wird, kann nicht erwarten, dass ihn andere achten. [A. Einstein] |
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03-06-2010, 09:16 AM
Beitrag: #2
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RE: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral
Sehr schöne Geschichte!
Früher befürchtete ich immer, wenn ich im Moment lebe, so würde ich nur noch zufrieden zuhause rumsitzen und nichts tun. Diese Befürchtung ist schlicht falsch. Man tut im Grunde noch die gleichen Dinge, nur diesmal aus einer inneren Zufriedenheit heraus. Was wollen Frauen? www.frauenverstehen.ch |
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03-06-2010, 09:45 AM
Beitrag: #3
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RE: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral
ich kannte die geschichte bereits und sie hat mir auch schon immer gefallen!
es ist genau das, worüber eckhart tolle in jetzt schreibt u.a. das ist genau der fehler, der heute vielfach begangen wird, und der davon abhält glücklich zu werden. viele menschen verfolgen mit verbissenheit irgendwelche ziele, von deren erreichen sie sich ein besseres leben versprechen. jedoch befinden sie sich auf einer niemals endenden straße. erreichen sie den einen reichtum, so wollen sie mehr, haben sie ein schönes auto, so wollen sie als nächstes ne jacht. haben sie eine schöne frau, wollen sie eine bessere usw. wenn wir unseren einzig darauf richten, in zukunft glücklich zu sein, wenn unser kopf uns sagt ''ich bin glücklich wenn dieses oder jenes eintritt'', machen wir den fehler, dass wir jetzt nicht glücklich sind. wir werden niemals dauerhaft glücklich sein, weil wir ja nach kurzer zufriedenheit, wenn wir ein ziel erreichen schon das nächste im auge haben. Burnout Sydrom ist unter anderem eine Folge davon. Wir müssen sehen, dass es darauf ankommt jetzt, genau im moment glücklich zu sein, unabhängig von der zukunft. natürlich formulieren wir auch ziele. sie enstehen ja aus einem jetzigen moment heraus. jedoch müssen wir die arbeit darauf hin genießen. wir müssen uns an den kleinen dingen, von denen jeder moment so viele bietet erfreuen. es ist wie logan in seinem neuen blog immer wieder predigt. der sinn des lebens ist schlicht zu leben! wir müssen lernen genau das jeden moment zu tun! |
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04-06-2010, 01:20 AM
Beitrag: #4
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RE: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral
wow... ich komme jeden abend nach hause und denke mir: nicht mehr lange und ich hab all das hinter mir.
und jetzt kommt Alpha mit soner schlichten geschichte die meine ganze sichtweise verändert und mich die frage stellen lässt: soll ich wirklich auf das glück warten oder soll ich glücklich sein? danke für diesen beitrag! |
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04-06-2010, 11:46 AM
Beitrag: #5
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RE: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral
Super Geschichte!!!! Auch der beitrag von breed ist klasse!!!
wie Dynamik schon geschrieben hat... kurze geschichte und es verändert die sichtweise eines menschen!!! Jetzt noch lernen genau so zu leben...... Vielen Dank für diesen beitrag!!!!!! |
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